Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Die Achenseebahn ist eine historische meterspurige Zahnradbahn und zählt zu den außergewöhnlichsten Gebirgsbahnen Europas. Seit ihrer feierlichen Eröffnung im Jahr 1889 verbindet sie Jenbach im Inntal mit dem Seespitz am Achensee. Mit einer Streckenlänge von 6,76 Kilometern und dem planmäßigen Einsatz von Dampflokomotiven stellt sie bis heute eine Besonderheit im österreichischen Eisenbahnwesen dar. Bereits der Ausgangspunkt in Jenbach ist technisch einzigartig. Hier treffen drei verschiedene Spurweiten aufeinander: die Normalspur der ÖBB, die 760-Millimeter-Schmalspur der Zillertalbahn sowie die Meterspur der Achenseebahn. Diese Konstellation macht den Bahnhof zu einem besonderen Verkehrsknoten im Alpenraum. Unmittelbar nach der Abfahrt beginnt der anspruchsvolle Anstieg. Zwischen Jenbach und Eben überwindet die Strecke mithilfe einer Leiterzahnstange nach dem System Riggenbach eine maximale Steigung von bis zu 160 Promille. Damit zählt dieser Abschnitt zu den steilsten im öffentlichen Eisenbahnbetrieb. Die Zahnradtechnik ermöglicht es den historischen Dampflokomotiven, die enormen Höhenunterschiede sicher zu bewältigen. Nach dem Erreichen von Eben endet der Zahnradbetrieb, und die Strecke verläuft im reinen Adhäsionsbetrieb weiter bis zum Endpunkt Seespitz. Dort besteht ein direkter Übergang zur Achensee-Schifffahrt, sodass ein integriertes Verkehrssystem aus Bahn und Schiff entsteht. Diese Kombination aus Bergbahn und Seeschifffahrt war bereits im 19. Jahrhundert ein visionäres touristisches Konzept. Zur Betriebseröffnung wurden vier Zahnrad-Dampflokomotiven mit der Achsfolge Bzt-n2 beschafft. Sie sind speziell für den kombinierten Zahnrad- und Adhäsionsbetrieb konstruiert und gelten als die ältesten betriebsfähigen Zahnradbahnlokomotiven Österreichs. Über viele Jahrzehnte wurde der Planbetrieb nahezu ausschließlich mit diesen historischen Maschinen durchgeführt – ein eindrucksvoller Beleg für die Qualität ihrer Konstruktion. Der Wagenpark umfasst zweiachsige Personenwagen aus dem Jahr 1889, gefertigt von der Wagen- und Waggonfabrik Joh. Weitzer in Graz. Neben geschlossenen Wagen kommen auch offene Sommerwagen zum Einsatz. Typischerweise werden die Züge im Zahnradabschnitt bergwärts geschoben und talwärts gezogen – eine bewährte und sichere Betriebsform im Zahnradverkehr. Die Achenseebahn ist damit weit mehr als eine nostalgische Attraktion. Sie ist ein lebendiges technisches Denkmal des alpinen Eisenbahnbaus, das historische Ingenieurskunst, besondere Betriebstechnik und touristische Nutzung auf einzigartige Weise verbindet. Zwischen Inntal und Achensee wird Dampfbetrieb hier nicht nur gezeigt, sondern aktiv gelebt – als funktionierendes Verkehrssystem mit über 130 Jahren Geschichte.
Reisetipps-Europa - Walder-Verlag
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee - (c) OpenStreetMap
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Die Achenseebahn hat ihren Ausgangspunkt am Bahnhof Jenbach, der als technisches Unikum gilt, da er zu den wenigen Bahnhöfen Europas zählt, an denen drei unterschiedliche Spurweiten zusammentreffen und damit eine direkte Verknüpfung von Normalspur, Schmalspur und Zahnradbahn ermöglicht. (c)WV
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
An diesem Standort treffen drei verschiedene Verkehrsunternehmen mit drei unterschiedlichen Traktionsformen und drei verschiedenen Spurweiten aufeinander, die Achenseebahn in Meterspur, die Österreichischen Bundesbahnen mit der Normalspur von 1,435 Metern sowie die Zillertalbahn mit ihrer charakteristischen Spurweite von 760 Millimetern, wodurch der Bahnhof Jenbach eine außergewöhnliche verkehrstechnische und betriebliche Bedeutung erhält. (c)WV
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Die Strecke ist nicht elektrifiziert und wird fahrplanmäßig ausschließlich mit Dampflokomotiven betrieben, wobei sie in erster Linie dem touristischen Verkehr dient und den historischen Dampfbetrieb als zentrales Erlebnismerkmal in den Mittelpunkt stellt. (c)WV
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
In den Jahren 1888 und 1889 wurden in der Wiener Lokomotivfabrik Floridsdorf vier meterspurige Dampflokomotiven für den kombinierten Reibungs- und Zahnradbetrieb gebaut, die seit Beginn der Sommersaison 1889 über viele Jahrzehnte hinweg regelmäßig im täglichen Einsatz standen und den Betrieb der Bahn prägten. Die Lokomotive Nummer 4 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst verschrottet beziehungsweise als Ersatzteilspender genutzt, konnte jedoch in aufwendiger, fachlich anspruchsvoller Rekonstruktionsarbeit über zahlreiche Arbeitsstunden hinweg wiederaufgebaut werden und ergänzt heute erneut den historischen Fahrzeugbestand. (c)WV
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Kurz nach dem Bahnhof Jenbach beginnt der Zahnradabschnitt der Strecke, wobei ab der Bedarfshaltestelle Burgeck bei Streckenkilometer 1,4 der technisch anspruchsvollste Abschnitt einsetzt, auf dem über die weitere Streckenführung hinweg mithilfe des Zahnstangensystems eine maximale Steigung von bis zu 160 Promille überwunden wird. (c)WV
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Vom steilen Berghang hoch über Jenbach eröffnet sich den Fahrgästen während der Fahrt ein eindrucksvoller Panoramablick über das Inntal und die umliegende Bergwelt, der bei klarer Sicht bis zu den Stubaier Alpen und zum Wilden Kaiser reicht und die landschaftliche Einbindung der Bahn eindrucksvoll unterstreicht. (c)WV
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Aus Sicherheitsgründen werden bergwärts Züge geschoben und talwärts gezogen.
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Nach rund 30 Minuten Fahrzeit erreicht der Zug den höchsten Punkt der Strecke, den Ausweich- und Scheitelbahnhof Eben bei Streckenkilometer 3,62, der auf etwa 970 Metern Seehöhe liegt und den Übergang vom Zahnradabschnitt in den anschließenden Adhäsionsbetrieb markiert. (c)WV
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Am Bahnhof Seespitz wird die Zahnradlok ans andere Endes des Zuges (Wagen) umgesetzt.
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Im Bahnhof Eben umfährt die Lokomotive den Zug und übernimmt anschließend die Zugförderung im reinen Adhäsionsbetrieb, da der Zahnradabschnitt hier endet und die weitere Streckenführung ohne Zahnstange auskommt. Von Eben aus verläuft die Strecke in gleichmäßigem, leichtem Gefälle und führt mit freier Streckenlage vorbei an Maurach in Richtung Seespitz, wobei sich während der Fahrt immer wieder weite Ausblicke auf den Achensee und die umliegende Berglandschaft eröffnen. Der Endbahnhof Seespitz liegt unmittelbar am Ufer des Achensees und ist betrieblich so angelegt, dass ein direkter und zeitlich abgestimmter Übergang zu den Schiffen der Achensee-Schifffahrt möglich ist, wodurch Bahn- und Schiffsverkehr zu einem geschlossenen touristischen Verkehrssystem verbunden werden und der historische Bahnbetrieb nahtlos in die Weiterreise über den See übergeht. (c)WV
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Der Endbahnhof Seespitz liegt direkt am Ufer des Achensees und bildet den betrieblichen Abschluss der Achenseebahn, wobei die Gleisanlagen so angeordnet sind, dass ein unmittelbarer Übergang zwischen Eisenbahn und Schifffahrt ermöglicht wird. Der Bahnhof ist funktional als Umsetz- und Wendepunkt ausgelegt und erlaubt die sichere Abwicklung des Zugbetriebs ohne Zahnrad im reinen Adhäsionsverkehr. Die Lage am Seeufer verleiht dem Endpunkt nicht nur eine hohe touristische Attraktivität, sondern macht ihn zugleich zu einem integralen Bestandteil des kombinierten Verkehrssystems aus Bahn und Schiff, das seit der Eröffnung der Strecke eine enge Verknüpfung von Verkehrstechnik und Landschaftserlebnis darstellt. (c)WV
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn - Dampfbahnstrecke von Jenbach im Inntal zum Achensee
Achenseebahn, Bahnhofplatz 1-3, A-6200 Jenbach, Tel. +43 5244 62243, www.achenseebahn.at, info@achenseebahn.at
Museumsbahn Rosentalbahn - Kärnten - Österreich
|
Museumsbahn Stainzerbahn - Steiermark - Österreich
|
Museumsbahn Taurachbahn - Salzburger Land - Österreich
|
Eisenbahnmagazin: Museumstramway Mariazell
|
Eisenbahnmagazin: Achenseebahn
|
Eisenbahnmagazin: Mariazellerbahn, Reblausbahn, Waldvielbahn, Wachaubahn, Schneebergbahn ...
|
Eisenbahnmagazin: Zillertalbahn
|
Eisenbahnmagazin: Ghega-Museum an der Semmerringbahn
|
Eisenbahnmagazin: Tramway Museum Graz
|
Eisenbahnmagazin: Gurkthalbahn in Kärten
|
Eisenbahnmagazin: Erzbergbahn in der Steiermark
|
Eisenbahnmagazin: Pinzgauer-Lokalbahn im Salzburgerland
|
weitere Links: Eisenbahnmagazine - Bikertouren - gedruckte Reiseführer - Links - VCD-Reiseführer - Autoren - Stellenangebote - Walder-Verlag - Mediendaten für Anzeigen - Impressum - Datenschutz
Walder-Verlag - Reiseführer rund um Natur, Geschichte, Kunst und Kultur: Der Walder-Verlag bietet Reiseführer für verschiedene Regionen mit vielen Sehenswürdigkeiten, Bahnreiseführer bekannter Bahnstrecken, Radtourenführer entlang abwechslungsreicher Flusslandschaften und Wanderführer in verschiedenen Mittelgebirgslandschaften an. Neu im Programm sind 'online'-Reisemagazine zu beliebten Ausflugszielen in Europa. All das ist für Sie auf Internet-Seiten zusammengestellt unter
Weitere Reisetipps und Anreise: Hotels, Ferienwohnungen, Reisetipps für Bahn, Bus, Fahrrad, Auto ... in Europa
Walder-Verlag - Reisetipps-Europa:
Herausgeber: Walder-Verlag
Redaktion: Ingrid Walder und Achim Walder
Foto: Ingrid Walder und Achim Walder
Text: Ingrid Walder und freie Mitarbeiter*innen und Mitarbeiter*innen des Walder-Verlags
- Fotos und Texte, wenn gekennzeichnet, wurden von Tourismus-Büros freundlicherweise bereitgestellt.
Urheberrecht: Bitte beachten Sie, dass alle Urheberrechte der Bilder und Dokumente dieser Internetseite beim Walder-Verlag und den Fotografen liegen. Die Nutzung, auch auszugsweise, ist nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Verlags oder der Fotografen möglich. Die Veröffentlichung von Bildern und Texten auf nicht autorisierten Internetseiten oder Druckerzeugnissen untersagen wir ausdrücklich. Bei Missbrauch behalten wir uns rechtliche Schritte vor. Widerruf vorbehalten.
Impressum: © Walder-Verlag, Kreuztal, www.walder-verlag.de - e-Mail Walder-Verlag, Impressum und AGB,
Cookies: Wir nutzen keine Cookies, weitere Infos unter Datenschutz
Sponsoring: Der Walder-Verlag bedankt sich bei allen Sponsoren und Anzeigenkunden, die es ermöglichen, Ihnen diesen Reiseführer mit vielen Reisetipps und Freizeitattraktionen zur Verfügung zu stellen. Hotel- und andere Anzeigen sind grau hinterlegt. Der Walder-Verlag haftet nicht für die dargestellten Inhalte externer Partner. Anzeigen sind grau hinterlegt
WEB-Beratung: Unsere Internetseite www.Reisetipps-Europa.de wird betreut und unterstützt durch die Corporate Meta Agentur
© Walder-Verlag, Kreuztal - www.walder-verlag.de - e-Mail Walder-Verlag