Frankreich - Straßenbahn
Während in Deutschland vielerorts Straßenbahnnetze verkleinert oder ganz aufgegeben wurden, setzte in Frankreich seit den 1980er Jahren eine bemerkenswerte Renaissance der Tram ein. Zwischen 1986 und 2006 unterstützte die französische Regierung zahlreiche Projekte mit staatlichen Fördermitteln. Ziel war es, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu gestalten, Innenstädte vom Autoverkehr zu entlasten und moderne, umweltfreundliche Verkehrssysteme zu etablieren. Als letzte Stadt profitierte Valenciennes im Jahr 2006 von dieser Förderphase, doch der Ausbau ging vielerorts auch danach weiter. Den Anfang der neuen Tram-Ära machte 1985 Nantes mit der Eröffnung einer modernen Straßenbahnlinie. 1987 folgte Grenoble mit einem Netz, das von Beginn an konsequent auf Niederflurfahrzeuge setzte – ein weltweit beachtetes Konzept. Diese barrierefreien Fahrzeuge ermöglichten komfortables Ein- und Aussteigen ohne Stufen und wurden schnell zum Standard für Neubauten. Als besonders innovativ gilt das Straßenbahnnetz von Bordeaux. Die dortige Tram war 1958 stillgelegt worden. In den 1990er Jahren entschied sich die Stadt, angesichts wachsender Verkehrsprobleme zur Straßenbahn zurückzukehren. Um das historische Stadtbild nicht durch Oberleitungen zu beeinträchtigen, wurde ein bodenbasiertes Stromversorgungssystem eingeführt. Dabei wird eine mittig zwischen den Schienen liegende Stromschiene nur abschnittsweise unter Spannung gesetzt – jeweils genau unter dem fahrenden Fahrzeug. Dieses System, bekannt als APS, verbindet technische Innovation mit denkmalgerechter Stadtgestaltung. Auch Nizza beschritt neue Wege. Dort verkehren die Straßenbahnen in sensiblen Innenstadtbereichen abschnittsweise mit Akkubetrieb. So bleiben historische Plätze frei von Oberleitungen und Masten, ohne auf die Vorteile elektrischer Traktion verzichten zu müssen. Als Vorbild für viele europäische Städte gilt jedoch Straßburg. Das 1994 eröffnete Netz entwickelte sich rasch zu einem Musterbeispiel moderner Stadtentwicklung. Heute umfasst es mehrere Linien, die nahezu alle Stadtteile erschließen. Seit April 2017 ist auch die deutsche Nachbarstadt Kehl angebunden – ein sichtbares Zeichen grenzüberschreitender Mobilität. Charakteristisch für Straßburg sind die aufwendig gestalteten Trassen mit begrünten Bahnkörpern, großzügigen Haltestellenbereichen und einer klaren Priorisierung des öffentlichen Verkehrs im Straßenraum. Die futuristisch gestalteten Fahrzeuge sind inzwischen selbst zu einer Attraktion geworden. Die Renaissance der Straßenbahn in Frankreich steht für einen grundlegenden Wandel in der Verkehrspolitik. Die Tram wird nicht nur als Transportmittel verstanden, sondern als Instrument der Stadtgestaltung, Umweltpolitik und Lebensqualität. Zahlreiche Städte in Europa haben sich an den französischen Konzepten orientiert und ähnliche Projekte umgesetzt. Frankreich hat damit gezeigt, dass die Straßenbahn ein modernes, leistungsfähiges und zugleich stadtverträgliches Verkehrssystem sein kann. (c)WV
Bahnstrecken und Züge in Europa - Walder-Verlag
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