Reiseführer Reisetipp Côte d’Azur - Damals und heuteDie französische Riviera ist immer eine Reise wert, ob Sie nun der Sonne auf dem Fuß folgen, die mediterrane Küche genießen oder kulturelle Höhepunkte erleben möchten. Die tiefblaue Farbe des Mittelmeeres gab der ihren Namen, das Wasser spiegelt den scheinbar immerblauen Himmel wider. Unter diesem Himmelszelt entfalten sich jedoch noch viele weitere Töne, von den lieblichen Farben des üppig wuchernden Oleanders über den sanften Sandsteinton historischer Festungsmauern bis hin zu den weißen Seglern am Horizont. |
AntibesDer erste Reisetipp führt uns nach Antibes, einem Küstenort mit herrlicher Altstadt und einer beinahe unberührten Stadtbefestigung aus dem 16. Jahrhundert. Hier lässt es sich wunderbar in engen, schattigen Gassen flanieren und den Hauch der Geschichte einatmen. Auch ein sternförmig angelegtes Fort hat das Städtchen zu bieten, von dort geht der Blick hinaus zum Hafen von Port Vauban, wo schicke moderne Yachten vor Anker liegen. Heute und gestern liegen selten so eng beieinander, doch gerade das macht den speziellen Reiz von Antibes aus. Und weiter geht es in Richtung Moderne: Die Halbinsel Cap d'Antibes gilt als Hort luxuriöser Villen, die sich in der bewaldeten Landschaft verbergen. Die Côte d’Azur ist seit jeher Heimat der Reichen und Schönen, das liegt sicherlich ebenso an den optischen Reizen dieser Region wie am milden Klima und dem locker-leichten Savoir-Vivre. Nicht weit entfernt, treffen wir auf das Seebad Juan-les-Pins, das der Gemeinde Antibes angehört. Zu den etwa 5.000 Bewohnern gesellen sich spätestens zur Abenddämmerung zahlreiche Nachtschwärmer, angezogen von der glamourösen Partystimmung. Das neuntägige Musikfestival Jazz-à-Juan zieht im Juli noch mehr feierlustige Menschen an, an diesem Teil der Küste liegen Rhythmus und Gesang förmlich in der Luft. Im Casino Juan Les Pins vergnügen sich diejenigen, die nicht das Tanzbein schwingen möchten, sondern lieber am rotierenden Roulettekessel sitzen. Ein beliebter Treff für Touristen und Einheimische zugleich. |
Monaco |
St-Paul-de-VenceAuch St-Paul-de-Vence hat seinen Gästen mehr zu bieten als nur eine grandiose Optik. Das eigentlich verschlafene Nest erlangte seine heutige Berühmtheit in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, als es verschiedene Künstler ausgerechnet an diesen Ort zog. Es besitzt hervorragend erhaltene historische Stadtmauern, die bis heute begehbar sind. Im Ort selbst treffen wir auf zahlreiche entzückende Gässchen und idyllische Ecken, die so typisch sind für derartige historische Perlen. St-Paul-de-Vence ist allerdings längst in der Gegenwart angekommen, spätestens mit der Ansiedlung der legendären Gastronomie 'Colombe D'Or' herrscht hier eine Art kulinarischer Ausnahmezustand. Das Restaurant wird heiß umschwärmt von Gourmets aus aller Welt, die Wände zieren Werke bekannter Künstler wie Picasso und Matisse, Delaunay und Bonnard. Auch wenn die Speisen den aktuellen Appetit hervorragend stillen, fühlt man sich in diesen vier Wänden zurückversetzt in alte Tage, als die genannten Maler mit weiteren Gleichgesinnten hier ihre kreative Energie verströmten. Ebenfalls der hehren Kunst gewidmet ist das Fondation Maeght, ein Privatmuseum, das nahe St-Paul-de-Vence liegt. Es besteht aus roten Backsteinen und hellen Betonflächen. In den Außenanlagen dürfen Besucher eine außerordentliche Skulpturensammlung bestaunen. Insgesamt gibt es sowohl historische als auch moderne Kunst zu sehen: ein wirklich schöner Brückenschlag durch die Geschichte. |
Nizza |
Saint Tropez |
Port GrimaudDieses Dorf fällt gegenüber den bisherigen aufgezählten Orten ein wenig aus der Rolle. Es besteht erst seit dem Jahr 1966, als der bekannte Architekt François Spoerry seine Idee verwirklichte, das perfekte südfranzösische Ferienparadies zu errichten. Hypermodern sollte es sein, aber zugleich herrlich mediterran und typisch für die charmante Côte d’Azur. Gar nicht so einfach dieser Plan, das geschichtliche Wachstum eines Ortes einfach zu überspringen, ihn wie auf dem Reißbrett zu planen und trotzdem jede Menge Charme zu integrieren. Die meisten Besucher von Port Grimaud sind der Meinung, dass Spoerry dieses Projekt durchaus gelungen ist: Die Bewohner können auf ein Netz von Kanälen und viele kleine Häfen zurückgreifen, um mit dem Boot direkt bis vor die eigene Tür zu schippern. Zugleich fügt sich die gesamte Architektur hervorragend in die mediterrane Landschaft ein, beinahe so, als sei dieser spezielle Urlaubsort schon immer dagewesen. An Vergnügungsmöglichkeiten fehlt es ebenfalls nicht, aber Achtung: Das 'Géant Casino' ist keine Spielbank, sondern nichts weiter als ein Supermarkt! Einen starken Kontrast dazu bietet das leicht von der Küste ins Landesinnere versetzte Grimaud, das als Namensgeber der Feriensiedlung diente. Diese Stadt ist original mittelalterlich geprägt und wird von zauberhaften Schlossruinen überragt. Im Sommer peppt ein üppiger Blumenschmuck das Ambiente noch weiter auf. |
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Redaktion: Ingrid Walder und Achim Walder
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